03.06.2018 Kai Sehmer und Christophe Schuler siegen bei Special Olympics

Zwei Athleten – vier Medaillen

Lilienthaler Golfer Kai Sehmer und Christophe Schuler siegen bei Special Olympics

Lilienthal/Kiel. Christophe Schuler und Kai Sehmer vom integrativen Golfclub Lilienthal haben ihr golferisches Talent bei den Special Olympics Kiel 2018 mit Nachdruck unter Beweis gestellt. Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt war Austragungsort für die Special Olympics National Games (SONG) vom 14. bis zum 18. Mai. 4600 Athletinnen und Athleten gingen in 19 Sportarten an den Start und brachten Spaß, Spannung und Emotionen pur in die Sportstadt Kiel und Umgebung.

Die Nationalen Spiele sind der sportliche Höhepunkt für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung. Die Qualifizierung erfolgt über landesweite Anerkennungswettbewerbe in den jeweiligen Sportarten. Die Idee der Special-Olympics-Bewegung ist es, für mehr Anerkennung für Menschen mit geistiger Behinderung zu sorgen, deren Selbstbewusstsein zu fördern und ihnen zu mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu verhelfen – wie es im Artikel 30 Abs. 5 der UN-Behindertenrechtskonvention verlangt wird. Ins Leben gerufen hat die Special Olympics 1968 Eunice Kennedy Shriver – eine Schwester des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy.

Die Stadt Kiel, Sailing City, wo 1936 und 1972 jeweils die Segelwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele stattfanden, konnte jetzt all ihre olympische Erfahrung einbringen und den Spielen ein ganz besonderes Flair verleihen.

Auftakt der Special Olympics Kiel 2018 war am 14. Mai eine fulminante Eröffnungsfeier in der Sparkassen-Arena. Mit Olympic Town wurde auf der Reventlouwiese an der Kiellinie ein Ort der Begegnungen geschaffen, der alle Menschen zum Verweilen, Chillen und Interagieren einlud.

Nach einer ereignisreichen Woche bot die Abschlussfeier, ebenfalls auf der Reventlouwiese, mit Blick über die Förde, die ideale Gelegenheit, um alle Ereignisse und Erlebnisse nochmals Revue passieren zu lassen, bevor die Flagge übergeben und das olympische Feuer gelöscht wurde.

Austragungsort für Golf war der Golf- & Land-Club Gut Uhlenhorst in Dänischhagen, knapp zehn Autominuten nördlich vom Kieler Stadtzentrum entfernt. Hier bietet sich dem Golfer auf einem 145 Hektar umfassenden Gelände eine großzügig angelegte, abwechslungsreiche Golfanlage, die über einen 27-Loch-Championship-Course und einen öffentlichen Neun-Loch-Kurzplatz verfügt.

In nordisch entspannter Atmosphäre begannen am Dienstag die zweite Runden der Einzel-Geschicklichkeitswettbewerbe. Beim Level 1, Skillwettbewerb, werden die Grundelemente des Golfspiels, zum Beispiel der Chip Shot, Short Putt oder der äußerst schwierige Pitch Shot überprüft. Hier gilt es ausreichend Punkte zu sammeln, um sich für die Neun-Loch-Turniere zu qualifizieren, die an den beiden darauffolgenden Tagen stattfanden. Christophe Schuler und Kai Sehmer hatten dabei keine Probleme, erspielten ihre erste Goldmedaille und qualifizierten sich mühelos für die Turniere.

Die beiden Turniertage verliefen bei Kaiserwetter. „That’s golfing country“ begeisterte sich schon Golf-Stararchitekt Donald Harradine beim Anblick der sanft-welligen Schleswig-Holsteinischen Landschaft. Auch Schuler und Sehmer waren von den optimalen Bedingungen und von der frischen Brise, die von der Förde herüberwehte, angespornt. Voll konzentriert und mit Gelassenheit absolvierten sie den Parcours und erreichten in ihrer jeweiligen Leistungsklasse die zweite Medaille: Silber und Gold.

Innenminister und Hobby-Golfer Hans-Joachim Grote, der Christophe Schuler beim Abschlag der Bahn 7 traf, war sichtlich beeindruckt von den Leistungen des Athleten, den selbst ein Bunkerschlag nicht aus der Ruhe bringen konnte. „Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Spiele in Schleswig-Holstein langfristig wirken und der Inklusion einen Schub geben“, so sein positives Fazit.

Ein positives Fazit zogen auch Christophe Schuler und Kai Sehmer, die unter anderem schon bei den SONG in Bremen 2010, München 2012, Düsseldorf 2014 und Hannover 2016 dabei waren: „Die Lage an der Kieler Förde war ein ganz besonderes Special für uns, Gänsehautfeeling pur!“

Bis zu den nächsten nationalen Spielen müssen sich die beiden Sportler aber jetzt vier Jahre gedulden. Der Verband hat nämlich den bisher üblichen Modus für die Special Olympics geändert. Die nächsten nationalen Spiele finden danach erst 2022 statt. Der Austragungsort steht noch nicht fest. Die nationalen Spiele in Kiel 2018 boten den Athletinnen und Athleten aber die Möglichkeit, sich für die Special Olympics World Games 2019 zu qualifizieren. „Die Nationalen Spiele sollen zukünftig als Anerkennungswettbewerbe für die Weltspiele dienen; Kiel ist da gewissermaßen ein Test, ob wir als Verband das auch leisten können“, erklärt Brigitte Lehnert, Vizepräsidentin von Special Olympics Deutschland.

Fest steht natürlich der Austragungsort für die Weltsommerspiele: sie werden erstmalig im Land von 1000 und einer Nacht, in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden, in Abu Dhabi. Bis dahin ist noch Zeit zum Träumen und Trainieren.

Bildunterschrift: Kai Sehmer (links) und Christophe Schuler vom integrativen Golfclub Lilienthal waren schon bei mehreren Special Olympics – und fuhren jetzt mit vier Mal Edelmetall nach Hause.

 

Quelle:

Wümme Zeitung von Sonntag, den 3. Juni 2018

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