24.06.2017 Rehab-Turnier

Lilienthal. Beim 13. REHAB-Turnier des Golfclub Lilienthal für Spieler mit unterschiedlichem Handicap und Gästen aus Finnland, Dänemark, den Niederlanden sowie Norddeutschland begaben sich zunächst die Angehörigen der doppelt gehandicapten Spielerinnen und Spieler auf eine 9-Loch Runde. Dabei zeigten sie großes Engagement und Geschick. Motorische Assistenz war aber notwendig: Sechs zweisitzige und zwei einsitzige E-Carts kamen bei insgesamt 18 Aktiven zum Einsatz.

Das REHAB-Turnier beschränkt sich ganz bewusst auf doppelt Gehandicapte, damit sie die Möglichkeit eines Leistungsvergleichs unter ähnlichen Bedingungen haben. In der allein vorgenommenen Netto-Wertung erreichte der Sieger 21 Punkte. Der Sieger des Pokals der Deutschen Schlaganfallhilfe hatte diese Sonderwertung vor fünf Jahren schon einmal gewonnen.

Beim 18-Loch-Turnier starteten 38 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sowohl mit einfachem als auch doppeltem Handicap. Der Bruttosieger erzielte 36 Punkte und verbesserte sein Handicap auf 4,4. Der Nettosieger kam auf beachtliche 44 Punkte und verbesserte sein Handicap im Zwanzigerbereich deutlich. Der beste doppelt gehandicapte Spieler kam auf 22 Brutto- und 25 Nettopunkte, was seine ausgeprägten sportliche Ambitionen und erhebliches golferisches Können beweist.

Auch eine blinde Spielerin war am Start. Mit Hilfe eines speziellen Caddies meisterte sie die 18-Loch-Tour und brachte unter anderem einen Vier-Meter-Putt ins Loch. Beim 2. Dr. Fritz-Martin-Müller-Gedächtnis-Cup nahmen die im „Club der Moorfrösche“ zusammengeschlossenen Förderschüler der Schule am Klosterplatz OHZ, der IGS Lilienthal und der Schule Ronzelenstraße Bremen teil. Es herrschte eine ganz eigene, von allen als besonders gelöst und angenehm empfundene Atmosphäre, die auf der Kombination von Erwachsenen mit und ohne doppeltem Handicap sowie den Kindern und Jugendlichen beruhte.

Die zehn Kinder und Jugendlichen sowie 30 Erwachsenen spielten einen wenig belastenden und einen zügigen Durchgang von zweieinhalb Stunden über 9-Loch. Bei dieser Spielform ergaben sich für den besten Flight 108 Schläge. Mit bis zu 113 Schlägen folgen diesem vier weitere Flights. Der Halb-Flight mit den meisten Punkten brachte es auf 100 Schläge, aber auch auf einen Birdie an einem Paar 3, wobei der jüngste teilnehmende Schüler den einlochenden Putt zustande brachte.

Der Golfclub Lilienthal hat mit der Kombination seines Turnierwochenendes eine angepasste Inklusion umsetzen können, die sowohl die Bedürfnisse der doppelt gehandicapten als auch der sportlich ambitionierten Golferinnen und Golfer sowie der Förderschüler vollauf befriedigen konnte. Er ist damit seiner Maxime von gelebter Inklusion ein weiteres Mal gerecht geworden.

Wümme Zeitung

Sonnabend, 24. Juni 2017

Seite 12

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