05.02.2016 Erweiterung des Golfplatzes auf 18 Loch

Bekanntmachung

FLÄCHENNUTZUNGSPLAN 1981 – 49. ÄNDERUNG „GOLFPLATZ LILIENTHAL II“

ÖFFENTLICHE AUSLEGUNG

Die Gemeinde Lilienthal beabsichtigt, den Flächennutzungsplan 1981 zu ändern.

Der Geltungsbereich dieser Flächennutzungsplanänderung ist im Einzelnen aus der

nachstehend abgedruckten Übersichtskarte ersichtlich:

Gemäß § 3 Abs. 2 Satz 1 des Baugesetzbuches (BauGB) in der Neufassung vom 23.09.2004  (BGBl.  I  S.  2414),  zuletzt  geändert  durch  Art.  6  des  Gesetzes  vom 20.10.2015 (BGBl. I S. 1722), gebe ich bekannt, dass der Entwurf der o. g. Flächennutzungsplanänderung mit Begründung in der Zeit vom 15.02.2016 bis 15.03.2016 im Rathaus der Gemeinde Lilienthal, Klosterstraße 16, 28865 Lilienthal, während der Dienstzeiten öffentlich ausliegt. Gleichzeitig ist die Flächennutzungsplanänderung im Internet einsehbar: www.lilienthal.de Pfad: Bauen & Verkehr – Bauleitplan- verfahren bzw. http://www.lilienthal.de/index.php?id=23l

 

Diese Bekanntmachung ergeht mit dem Hinweis, dass während der Auslegungsfrist Stellungnahmen abgegeben werden können. Gleichzeitig weise ich darauf hin, dass nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen bei der Beschlussfassung über die o.g. Flächennutzungsplanänderung unberücksichtigt bleiben können. Gem. § 3 Abs. 2 Satz 1 und 2 BauGB wird außerdem bekannt gegeben, dass gleichzeitig folgende umweltbezogene Stellungnahmen bereits vorliegen sowie folgende umweltbezogene Informationen verfügbar sind und ebenfalls mit ausgelegt werden:

 

Umweltbezogene Stellungnahmen:

1) Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung am 26.01.2015: Keine Stellungnahmen der Bürgerinnen u. Bürger zur Flächennutzungsplanänderung.

2) Stellungnahmen Bürgerinnen und Bürger: Bedenken wegen abirrenden Golfbällen, Gefährdung der Moorfroschpopulation, des Moorbodens, der Flora und Fauna, des Grundwassers, Düngeeintrag und Belastung der Gräben und Böden,Störung von Rehen u. Weißstörchen, Verkehr in den Anwohnerstraßen, PKW Stellplatzangebot, Eingriffe in das Landschaftsbild, Nutzungskonflikt Landwirtschaft und Golfbetrieb. Abwägungsergebnis: Die relevanten Stellungnahmen wurden im Planungsprozess beachtet.

3) LGLN   Kampfmittelbeseitigungsdienst   Luftbildauswertung   (10.11.2015):   Die Luftbildauswertung zeigt eine Bombardierung im Planungsbereich. Es werden Gefahrenerforschungsmaßnahmen empfohlen.

4) Landkreis Osterholz (02.04.2015):

Vereinbarkeit Vorranggebiet Natur und Landschaft und Golfplatz prüfen und Vorbehaltsgebiete   Landwirtschaft   ausweisen.   Fehlende   nachrichtliche   Darstellung der Wasserleitungen ergänzen. Schutz der vorhandenen Landschaftsbestandteile, Biotope, Artenschutz und Lebensraum des Moorfrosches und der Heuschreckenarten beachten. Die Anlage oder Veränderung von Wasserflächen muss wasserrechtlich geprüft werden. Eine Entwässerung der Roughs ist zu vermeiden. Auf Bodenmodellierungen und Sandaufschüttungen für die Spielbahnen ist zu verzichten oder diese zu minimieren und zu kompensieren. Die geschützten Landschaftsbestandteile, Biotope und die Lage der Spielbahnen sollten in die Planzeichnung aufgenommen werden. Die Eingriffe müssen im Umweltbericht ergänzt  werden.  Beeinträchtigungen  durch  die  Hochspannungsfreileitungen sollten geprüft werden.

Abwägungsergebnis: Teilweise wurde der Inhalt der Stellungnahme im Entwurf berücksichtigt. Unvermeidbare Beeinträchtigungen werden durch schutzgutbezogene Maßnahmen kompensiert.

5) Koordinationsstelle für Naturschutzfachliche Verbandsbeteiligung (30.03.2015):

Die Planung und Nutzung muss mit dem ROP vereinbar sein und Veränderungen und Eingriffe in die Natur- und Landschaft müssen dargestellt werden. Die geschützten Biotope sind zu berücksichtigen. Es sollten ökologisch geringwertige Alternativflächen für den Spielbetrieb nahe der L 133 und L 153 in Betracht gezogen werden. Großflächige und hochdosierte Düngungen und Pestizideinsätze sind zu vermeiden. Die weitere Entwicklung der Moorfroschpopulationen ist zu beobachten Der Eingriff in den Boden muss minimiert und kompensiert werden. Eine tiefgehende Zersetzung des Torfbodens sollte vermieden werden (Boden- und Klimaschutz). Die Entnahme von Grundwasser ist zu regeln.

Abwägungsergebnis: Teilweise wurde der Inhalt der Stellungnahme im Entwurf berücksichtigt Unvermeidbare Beeinträchtigungen werden durch schutzgutbezogene Maßnahmen kompensiert.

6) Niedersächsisches Landvolk (27.03.2015):

Flächennutzungskonkurrenz zwischen Landwirtschaft und Sportflächen. Konflikte zwischen Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen und dem Spielbetrieb (Staub, fehlgeschlagene Golfbälle).

Abwägungsergebnis: Landwirtschaftliche Funktion im Gemeindegebiet wird nicht geschwächt. Erweiterung Sportangebot wird in diesem Fall höher gewichtet, als Beibehaltung der derzeitigen Nutzung. Saisonale Störungen sind tolerierbar.

7) Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (26.03.2015):

Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs auf der L 133 müssen gewährleistet sein.

Abwägungsergebnis:  Eine  Störung  der  L  133  durch  den  Spielbetrieb  ist  nicht gegeben bzw. soll durch Vermeidungsmaßnahmen oder Schutzmaßnahmen ausgeschlossen werden.

8) Gewässer- und Landschaftspflegeverband Teufelsmoor (20.03.2015), DB Immobilien/DB Netze (18./19.03.2015), Osterholzer Stadtwerke GmbH (10.03.2015): Im Plangebiet liegen Verbandsgewässer II. und III. Ordnung, eine 110 kv Bahnstromleitung und Ver- und Entsorgungsleitungen, die beachtet werden müssen.

Abwägungsergebnis: Alle eingegangenen Stellungnahmen wurden im Planungsprozess beachtet.

9) Landwirtschaftskammer Niedersachsen (26.02.2015):

Der Verlust von 34 ha landwirtschaftlicher Kulturfläche wird bemängelt.

Abwägungsergebnis: Landwirtschaftliche Funktion im Gemeindegebiet wird nicht geschwächt. Erweiterung Sportangebot wird in diesem Fall höher gewichtet, als Beibehaltung der derzeitigen Nutzung. Saisonale Störungen sind tolerierbar.

Umweltbezogene Informationen

1) Verkehrsgutachten „Beurteilung der verkehrlichen Folgen beim Betrieb des erweiterten Golfplatzes“ BP 128 „Golfplatz Lilienthal II“ (09.12.2013): Der Anteil am heutigen Golfplatzverkehr auf der 1. Landwehr beträgt ca. 23%. Der Parkplatz ist auch für den zukünftigen Bedarf ausreichend bemessen. Bei der Leistungsfähigkeitsbetrachtung wurde festgestellt, dass bei den Straßen Richtpad,

Am Saatmoor und Im Dorfe die durch die Erweiterung des Golfplatzes zu erwarteten Mehrbelastungen durch PKWs gering sind. Die Leistungsfähigkeit der 1. Landwehr ist im vorderen Abschnitt zur L 133 beeinträchtigt. Hier wird eine Ausbesserung der beidseitigen Verbreiterungen bzw. eine Straßensanierung vorgeschlagen. Die Leistungsfähigkeit des Knotenpunktes zur L 133 ist gegeben. Zur Verbesserung werden die Aufweitung des Einmündungstrichters und die Markierung des querenden Radweges vorgeschlagen.

2) Umweltbericht

Boden: Auf der Erweiterungsfläche herrschen Hoch- und Niedermoortorfe vor, einige Ackerflächen wurden tiefumgebrochen und zu Sandmischkulturen umgewandelt. Wasser: Der mittlere Grundwasserstand ist bei den Hochmoor- und Niedertorfmoorflächen als mittel bis hoch einzustufen, auf den Ackerflächen liegen niedrige Grundwasserstände vor. Das Schutzgut Wasser kann möglicherweise durch eine Grundwasserpumpe und mögliche Grundwasserabsenkungen beeinträchtigt werden, was im Rahmen eines Wasserrechtsantrages geregelt werden muss. Klima und Luft: Im Untersuchungsbericht herrschen gute Verdunstungs- und Abkühlungsbedingungen, so dass das Klima von allgemeiner Bedeutung ist.  Biotoptypen:  Es  gibt  Grünlandflächen  unterschiedlicher  Wertigkeiten  und Ackerflächen im Erweiterungsgebiet. Bei den mesophilen Grünlandflächen handelt es sich zusammen mit den vorhandenen kleinen Gehölzbeständen oder halbruderalen Gras- und Staudenfluren um geschützte Landschaftsbestandteile. Die vorhandenen Nassgrünlandflächen sind geschützte Biotope. Ein Eingriff muss durch Ausgleichsmaßnahmen kompensiert werden. Vögel: Die Brutvögel wurden kartiert. Durch die Planung ist insbesondere die Feldlerche betroffen, wofür Ersatzlebensräume geschaffen werden müssen. Heuschrecken: Die Heuschrecken wurden kartiert, wobei das Vorkommen gefährdeter Arten (Sumpfgrashüpfer,

Sumpfschrecke)  festgestellt  wurde.  Dafür  werden  außerhalb  der  Spielbahnen bisher intensiv genutzte Flächen als neuer Lebensraum aufgewertet und damit der Eingriff kompensiert. Amphibien: Das Artenspektrum der Amphibien wurde untersucht, wobei der vorkommende Moorfrosch zu den gefährdeten Arten gehört. Allerdings gibt es nur eine geringe Empfindlichkeit bzgl. des Lebensraumes. Lediglich bei der Wanderung der Jungmolche sind Vorkehrungen zum Schutz erforderlich. Landschaftsbild, Mensch/Erholung: Die Qualität des Landschaftsbildes ist bedeutend (Kategorie C). Die Empfindlichkeit gegenüber dem geplanten Vorhaben ist als gering einzustufen. Gleiches gilt für das Schutzgut Mensch/Erholung.  Kulturgüter-  und  sonstige  Sachgüter:  Die  Empfindlichkeit dieser Kulturgüter wird als gering eingeschätzt. Für alle Eingriffe und Beeinträchtigungen werden Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen ermittelt und für verbleibende erhebliche Eingriffe Ausgleichsmaßnahmen festgesetzt.

Lilienthal, den 02.02.2016

Gemeinde Lilienthal

Der Bürgermeister

Hollatz

 

 

Wümme Zeitun

Freitag, 5. Februar 2016

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Amtliche Bekanntmachungen