26.09.2014 Lilienthaler Golfplatz soll Richtung Worphausen vergrößert werden

Wümme Zeitung vom 26. September 2014

VON JOHANNES KESSELS
Lilienthal. Der Golfplatz im Norden Lilienthals soll wachsen. In seiner jüngsten Sitzung ließ sich der Ausschuss für Bau, Planung, Umwelt und Wirtschaft die Pläne für eine Erweiterung vorstellen. Damit wird sich die Anzahl der Bahnen fast verdoppeln. Dafür muss allerdings nicht nur ein Bebauungsplan aufgestellt, sondern auch der Flächennutzungsplan geändert werden.
Das Gelände nördlich der 3. Landwehr, das sich im Norden an den bestehenden Golfplatz anschließt sowie im Norden von der Worphauser und im Osten von der Falkenberger Landstraße begrenzt wird, ist 35 Hektar groß, wie Simone Irmscher vom Planungsbüro Grontmij erklärte. Bisher ist es als Fläche für Landwirtschaft ausgewiesen, nun soll es im Flächennutzungsplan als „private Grünfläche Golfplatz“ bezeichnet werden. Dann kann der Golfplatz von elf auf 18 Bahnen erweitert werden, damit der Golfclub Lilienthal sein Sport- und Freizeitangebot erweitern kann, vor allem für Jugendliche.
Die neuen Bahnen sollen nachträglich festgesetzte Schutzgebiete so wenig wie möglich tangieren, versicherte Simone Irmscher. Bestehende Bäume und Sträucher würden im Bebauungsplan Nummer 128 „Golfplatz Lilienthal II“ festgesetzt, zwischen den Bahnen würden Wassermulden und Tümpel angelegt. Die Ausgleichsmaßnahmen würden von der Biologischen Station Osterholz (BioS) kontrolliert. Eingezäunt werde der Platz nicht, es würden aber Warnschilder aufgestellt.
Axel Miesner (CDU) fragte, wo die Ausgleichsmaßnahmen geplant sind. Teilweise an den Platz angrenzend, dazu 20 Quadratmeter, die von Bäumen und Sträuchern freigehalten werden, in der Nähe, erwiderte Simone Irmscher. Dort sollen Feldlerchen angesiedelt werden, die nur in freiem Gelände brüten. Es fehle aber noch ein Hektar Ausgleichsfläche. Diese könne an der Wümme oder Wörpe entstehen.
Eva Schäfer (Linke) fragte nach der Zufahrt. Die soll über den alten Platz erfolgen, also über die 1. Landwehr, erklärte die Planerin. Die Baustellenfahrzeuge werden aber von der Worphauser Landstraße aus den Platz erreichen. Jörg Flömer (Grüne) fragte, wie man Ärger mit zunehmendem Verkehr vermeiden könne – als der alte Teil des Golfplatzes angelegt wurde, gab es heftige Proteste von Anwohnern der Straße Am Saatmoor, die befürchteten, ihre Straße würde als Abkürzung benutzt.
Die Zufahrt sei ein Dauerproblem, gab Fachbereichsleiter Stephen Riemenschneider zu. An der Ausfahrt des Golfplatzes stehe ein Schild, das Linksabbiegen in Richtung Falkenberger Landstraße vorschreibe. „Aber das verschwindet ständig.“ Er sei aber zuversichtlich, dass die Begleitung des Bauprojekts durch die BiOS etwas nützen werde.
Peter Gerds (Grüne) fragte, wer kontrolliert habe, ob die Umweltauflagen aus dem Bebauungsplan Nummer 106 für den alten Teil des Golfplatzes eingehalten worden seien. Ihm sei nicht zu Ohren gekommen, dass es in dieser Hinsicht Beeinträchtigungen gegeben habe, meinte Stephen Riemenschneider. „Der Landkreis hat das abgenommen.“
Nach diesen Erläuterungen wurde der Änderung des Flächennutzungsplans und dem Entwurf des Bebauungsplans bei Enthaltung der Grünen vom übrigen Ausschuss zugestimmt.